Kontrollgruppe
Glossar | K: Kontrollgruppe
Kontrollgruppe
Als Kontrollgruppe bezeichnet man in der klinischen Forschung eine Gruppe von Studienteilnehmern, die nicht mit einem zu untersuchenden Verfahren, sondern mit einem Standardverfahren oder überhaupt nicht behandelt wird. Im letztgenannten Fall erhält die Gruppe in der Regel ein Placebo.
Ziel des Einsatzes von Kontrollgruppen ist ein Vergleich der untersuchten Verfahren mit Standardbehandlungen oder Nichtbehandlung. Hierzu wird die Kontrollgruppe gemäß dem Ceteris-paribus-Prinzip gebildet (lat. sinngemäß „unter sonst gleichen Bedingungen“), um statistische Verzerrungen zu vermeiden. Das bedeutet, zwischen den Gruppen werden alle Bedingungen außer denen im Zusammenhang mit der Fragestellung konstant gehalten, sodass lediglich die Art der Behandlung variiert.
Bei einer Kontrollgruppe kann es sich um eine Gruppe handeln, in der die Studienteilnehmer etwa:
- lediglich ein Placebo erhalten,
- ein anderes Medikament als das Studienmedikament erhalten,
- bei chronischen Erkrankungen früher ein anderes Medikament als das Studienmedikament erhalten haben (sog. historische Kontrolle)
- eine Kombination aus dem Studienmedikament und einem anderen Medikament (das eine etablierte Standardbehandlung darstellt) erhalten oder
- eine andere Dosis des Studienmedikaments erhalten etc.
Die Zuteilung der Studienteilnehmer zu Experimental- oder Kontrollgruppen wird in den meisten Fällen durch Verblindung verschleiert, um den Einfluss personenbezogener Erwartungseffekte zu minimieren.
Zurück zum Inhaltsverzeichnis: